Jänner

Während der Winterperiode hat das Rotwild einen deutlich verringerten Nahrungsbedarf und passt sich an die klimatisch ungünstige Winterperiode hervorragend an. Wo Rotwild gefüttert wird, hält es sich bei hoher Schneelage stets in Fütterungsnähe auf. Je höher die geschmackliche Attraktivität des vorgelegten Futters ist, desto mehr trägt die Rotwildfütterung zur Wildschadensminimierung bei.

Februar

Während der Winterperiode hat das Rotwild einen deutlich verringerten Nahrungsbedarf und passt sich an die klimatisch ungünstige Winterperiode hervorragend an. Wo Rotwild gefüttert wird, hält es sich bei hoher Schneelage stets in Fütterungsnähe auf. Je höher die geschmackliche Attraktivität des vorgelegten Futters ist, desto mehr trägt die Rotwildfütterung zur Wildschadensminimierung bei.

März

Da die älteren Hirsche ihr Geweih schon abgeworfen haben und jüngere zum Teil noch aufhaben, kann sich die Rangordnung leicht zugunsten der Junghirsche verschieben. In vier Monaten werden von einem mittelalten Hirsch rund 4–5 kg Knochensubstanz gebildet; das Geweih wächst in der Kolbenzeit täglich um rund 2 cm je Stange!

April

Nach dem ungewöhnlich langen Winter lösen sich die Winterrudel nun langsam auf.

Mai

Die Kahlwildrudel lösen sich auf, und hochbeschlagene Tiere suchen ungestörte Einstände auf, um nach 228–240 Tagen Tragzeit 1, in seltenen Fällen auch 2 Kälber zu setzen. Das vorjährige Kalb wird zu dieser Zeit auf Distanz gehalten.

Juni

Bei den älteren Hirschen ist das Bastgeweih schon fast vollständig entwickelt. Die Hirsche begeben sich in höhere Lagen.

Juli

Bei den meisten Hirschen ist das Geweih bis zum Juli voll ausgewachsen und bis Anfang August vollständig verknöchert. Es ist allgemein bekannt, dass ältere Hirsche mit der Geweihbildung früher beginnen und sie auch früher abschließen als jüngere Stücke.

Auch jetzt in der Kolbenzeit wird permanent um die Ränge im Rudel „gefeilscht“. Da die Stangen noch weich und schmerzempfindlich sind, stellt man sich voreinander auf, droht mit den Eckzähnen im Oberkiefer und trommelt mit den Schalen der Vorderläufe auf den Kollegen ein. Das ist sicher nicht besonders angenehm, aber insgesamt ungefährlich. Auch beim Kahlwild ist dieses Verhalten zu beobachten.

Alttiere verteidigen auf diese Art aber auch ihre Kälber. Das hat schon mancher Jagdhund zu spüren bekommen, wenn er Tier oder Kalb gestellt hat oder ihnen gar an die Drossel fahren wollte. Schläge mit den Vorderläufen sind äußerst wirksam; ein Hund oder auch ein einzelner Wolf kann dabei durchaus auf der Strecke bleiben. Das muss sich schon vor Generationen bei den Füchsen herumgesprochen haben. Denn vor einem gesunden führenden Tier (aber auch Rehgeiß) hat jeder Fuchs Respekt.

August

Hirsche ab dem dritten Kopf sind durchwegs schon mit blankem Geweih anzutreffen, während Schmalspießer und Hirsche vom zweiten Kopf noch im Bast stehen.

Allmählich geht die Kolbenzeit zu Ende und es beginnt die Feistzeit.

September

Schon bald nach Monatsbeginn setzt die Brunft in Tieflagen und Augebieten ein, in Gebirgsrevieren läßt sie noch ein wenig auf sich warten. Auch jüngere Hirsche haben bereits gefegt, Schmalspießer stehen allerdings zumeist noch im Bast.

Oktober

Typisch für diese Zeit ist das Ende der Brunft. Normalerweise wagen es deutlich jüngere oder schwächere Hirsche ohnehin nicht, einem alten Platzhirsch das Rudel oder einzelne brunftige Stücke streitig zu machen. Auf Kämpfe lassen sich fast nur annähernd ebenbürtige Hirsche ein. Und sie informieren sich vorher eingehend über die Verfassung des Gegners. Zu diesem Zweck ist das ganze Brunftgeschehen stark ritualisiert. Damit wird unnötiger Kräfteverschleiß vermieden. Fühlt sich ein „Interessent“ dem Platzhirsch ebenbürtig und will er sich notfalls auf einen Kampf einlassen, schreiten die Gegner zunächst parallel nebeneinander her. Dabei wenden sie ihre Häupter häufig der dem Gegner abgewendeten Seite zu. Nach 20 oder je nach Gelände und Laune erst nach 30 oder 40 Metern schreiten sie dieselbe Strecke zurück. Dieses Parallelschreiten gibt beiden Hirschen die Möglichkeit, Stärke und Kampfeswillen des Gegners abzuschätzen. Dabei scheint es für Platzhirsche so eine Art ungeschriebenes Gesetz, das Feld nicht kampflos zu räumen. Schwächere Konkurrenten hingegen nutzen nicht selten die Chance zu einem ehrenvollen Abgang. Statt zu wenden, schreiten sie einfach steifbeinig zur Seite hin weg. Der Platzhirsch akzeptiert den Abgang in der Regel und quittiert mit einigen zornigen Kampfrufen. Oder er verfolgt den Besiegten noch wenige Meter.
Aber nicht immer wird einer der beiden von der eigenen Vernunft besiegt. Dann gehen die Kontrahenten aus dem Parallelschritt heraus urplötzlich in Frontstellung und schlagen krachend die Stangen ineinander. Nun geht es aber nicht darum, den Konkurrenten zu forkeln (verletzten). Vielmehr wird versucht, ihn vom Feld zu schieben. Die meisten Kämpfe sind von kurzer Dauer. Manchmal lösen sich beide auch kurz, um sofort erneut ihre Stangen ineinander zu schlagen.
Wirklich alte Hirsche, deren Kraft bereits stark nachlässt, nehmen nach dem ersten verlorenen Kampf ihren „Abschied“ in Würde und ziehen sich in der Brunft zurück. Sie halten sich zwar häufig noch in der Nähe des Rudels auf, beteiligen sich jedoch nicht mehr aktiv an der Paarung.

Ist auch die Nachbrunft zu Ende, ziehen die Hirsche in ihre alten Einstände zurück. Das Kahlwild vereint sich zu Rudeln.

November

In geschlechtsgetrennten Rudel (Hirschrudel und Kahlwildrudel) überstellt sich das Rotwild in seine Wintereinstände.

Dezember

Es ist an der Zeit, den Stoffwechsel langsam auf “Sparflamme” zu stellen. Rotwild kann seine Stoffwechselrate über mehrere Nachtstunden besonders zum Ende des Winters außergewöhnlich stark absenken. – Störungen wirken sich in daher jetzt naturgemäß besonders negativ aus.